Rechtsstreit um Impfschaden nach zwölf Jahren gewonnen


In Gesundheitsfragen kann eine anwaltliche Vertretung Gold wert sein. Rechtsanwältin Anja Dornhoff aus Kirchen vertrat eine Betroffene, deren Impfschaden nach einem zwölfjährigen Kampf mit insgesamt 19 Gutachten schließlich vor dem Landessozialgericht anerkannt wurde. Rückblende: 1997 wurde die Betroffene, damals ein einjähriges Mädchen, gegen Hepatitis-B sowie Haemophilus-in-fluenzae-b geimpft. Zunächst wurde das Kind zittrig und weinerlich, nach einem Tag kamen Zuckungen hinzu. Drei Tage nach der Impfung wurde das Kind mit über 40 Grad Fieber stationär eingeliefert. Kurz darauf bekam sie einen Krampf, in der Folgezeit litt sie unter einer nicht einstellbaren Epilepsie. Während des stationären Aufenthalts wurde festgestellt, dass das Kind ebenfalls an einer akuten Mierenentzündung litt. Einige Menschen tragen unerkannt die Anlage zur Epilepsie in sich, ohne dass diese jemals in ihrem Leben zum Tragen kommt. Nunmehr ging es um die Frage, ob die Epilepsie durch die Impfung oder die Nierenentzündung ausgelöst worden war. Der Gutachter sah als unmittelbaren Auslöser der Epilepsie die Nierenentzündung, allerdings nur wegen ihres schweren Verlaufs. Als Ursache für diesen schweren Verlauf wiederum wurde die Impfung verantwortlich gemacht. Das zwölf Jahre andauernde juristische Ringen war endlich vorüber. Der Impfschaden ist nicht zuletzt durch die Arbeit von Rechtsanwältin Anja Dornhoff nun endgültig dank ihrer Spezialisierung im Medizinrecht anerkannt.

Rheinzeitung vom 28.08.2010